Studienstart DBM 2020

Alles ganz Normal

Armando Schär Allgemein, Digitalisierung

Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte:

Du wirst nächstes Jahr mit Maske zur Arbeit kommen, Abstand halten und nein, an Apéros ist nicht mehr zu denken!

Niemand, 2019

Ich hätte laut gelacht… Letztes Jahr haben wir den Studienstart im grossen Stil, mit vollen Klassenzimmern, einer Versammlung des ganzen Jahrgangs auf dem Martinsplatz und Kennenlern-Anlässen gefeiert.

Heute begrüsste ich 80 neue Studierende, aufgeteilt in zwei Durchführungen, vier Schulzimmern, grossen Abständen, Schutzkonzept, Maskenpflicht und ja – keinem Apéro.

Das mag jetzt ernüchternd klingen, aber das ist das neue Normal und ich freue mich, dass wir wieder Studierende an unserem Campus haben! Was für eine Erleichterung!

Veränderung als Konstante

Wie schnell dieser Wandel gegangen ist, ist bemerkenswert und bezeichnend für unsere Zeit. Vor einem Jahr noch Unterrichteten wir hauptsächlich in Präsenz. Dann ein halbes Jahr nur virtuell (inklusive Prüfungen!) und nun hybrid. Der geforderte Lernprozess der Studierenden und Dozierenden im Umgang mit diesen neuen Situationen ist enorm. Mithalten kann nur, wer selbst dazu bereit ist und sich aus der Komfortzone traut (wie ich beim semi-professionellen Aufzeichnen von Screencasts).

Unterricht via Screencast im Modul „Digital Marketing“

Die Veränderung ist aber seit jeher als Konstante zu verstehen, wie uns bspw. Nikolai Kondratjef mit seinen durch Basisinnovationen ausgelösten Wirtschaftszyklen lehrt. Auch Christensens Theorie der disruptiven Innovation mahnt uns, dass wir uns stetig anpassen müssen.

Geschwindigkeit als Treiber

Die Geschwindigkeit dieses Wandels zeigt den Pace unserer Gesellschaft. Diesen Wandel durchleben wir ständig – und im Falle von Corona für alle spürbar mit Einschränkungen im eigenen Alltag. Wandel betrifft uns auch im Rahmen der Digitalisierung, der Anpassung von Wirtschaft auf Innovation, auf Fortschritt und auch auf disruptive Technologien!

Deshalb ist es für unsere Gesellschaft und unseren Wirtschaftsstandort in Graubünden unerlässlich, dass wir bereit sind uns anzupassen, dazu zu lernen und agil auf neue Situationen reagieren zu können!

Dazu braucht es einen ausbaufähigen, innovativen Bildungs- und Forschungssektor und unbürokratische, attraktive Bedingungen für unsere Wirtschaft, innovativ im Umgang mit Wandel umgehen zu können!

Das neue Normal heisst…

  • dass wir uns von Bestehendem (wie dem physischen Unterricht) trennen müssen.
  • dass wir uns nur durchsetzen können, wenn wir schnell und agil auf neue Situationen reagieren können.
  • dass wir uns auf diese Situationen einlassen und deren Chancen erkennen müssen.

Ich bin gespannt, welche langfristigen Lehren aus den kurzfristigen Reaktionen gezogen werden und hoffe, dass unsere Legislative den Ball aufnimmt und mit der Reduktion von Bürokratie und der Unterstützung von Unternehmertum und Innovation noch bessere Grundlagen für eine innovative und krisenfeste Wirtschaft im Kanton Graubünden schafft.

Schnapsideen

Und zu guter Letzt sollten zwar alle Ideen diskutiert werden, aber eine Besteuerung von „Krisengewinnern“ ist absolut kontraproduktiv. Firmen, die mit Innovation und Agilität Arbeitsplätze sichern, die Wirtschaft stützten und vorantreiben, sollten nicht dafür bestraft werden, erfolgreich zu sein. Ihren Beitrag leisten die Unternehmen ja über die Gewinnsteuer…